Monatsbrief Februar 2026

Die Ausstellung der Maturitätsarbeiten im Aulafoyer und den Vitrinen der Mediothek ist ein beeindruckendes Destillat aus viel Arbeit und Kreativität und repräsentiert die geballte intellektuelle Leistung eines ganzen Jahrgangs. Einige Arbeiten wurden prämiert, aber jede einzelne Arbeit stellt eine Form von Erfolg dar. Der Fokus der Ausstellung liegt deshalb bewusst auf der Gesamtheit und der grossen Vielfalt an Themen. Jede dieser Arbeiten beinhaltet aber auch persönliche Geschichten: die Geschichte, sich einem grossen Projekt zu stellen, die Geschichte von Neugier, Beharrlichkeit, Mut.

Vor einem Jahr hegten die Schülerinnen und Schüler vielleicht existenzielle Zweifel und waren auf der Suche nach einem Projekt oder einer Forschungsfrage, die nicht schon hundertfach beantwortet wurde. Manche haben Themen gewählt, die perfekt zu ihren Stärken passten. Andere haben sich bewusst in unbekannte Gewässer gewagt. Manche haben von Anfang an gewusst, wohin die Reise geht, andere mussten unterwegs die Route ändern. All dies gehört zum Prozess einer solchen Arbeit. Sie haben experimentiert, analysiert, gestaltet oder programmiert und sich in Themen vertieft, von denen ich nicht wusste, dass man darüber forschen und schreiben kann.

Die Leistung bestand aber nicht nur aus wissenschaftlicher Arbeit. Manche haben wohl zwischenzeitlich auch geflucht. Das gehört dazu, denn eine solche Arbeit entsteht selten ohne ein paar kleine Krisen, die man später mit einem Lächeln erzählt. Es ging um das Überwinden verschiedenster technischer oder inhaltlicher Schwierigkeiten oder die psychologische Höchstleistung, die Prokrastination zu besiegen. Wer sich monatelang engagiert, den roten Faden findet, verwirft, neu beginnt, letztendlich ein Projekt von der ersten vagen Idee bis zur Präsentation bringt, hat etwas Wesentliches gelernt – über sich selbst und über das, was es bedeutet, Verantwortung für ein eigenes Projekt zu übernehmen. Was geleistet wurde, ist wertvoll, und es ist die Generalprobe für vieles, das für die Maturandinnen und Maturanden in Zukunft ansteht.

 

Aleksandar Popov, Rektor