Frauenstreiktag – Unterricht nach Spezialprogramm an der KZO Wetzikon

Aus Anlass des Frauenstreiktags wird an der Kantonsschule Zürcher Oberland in Wetzikon am Vormittag des Freitags, 14. Juni 2019, nach einem Spezialprogramm unterrichtet. Das Programm wurde ehrenamtlich organisiert, vorwiegend von Lehrerinnen der KZO.

Die 13 Klassen des Untergymnasiums sehen sich gemeinsam den Film “Hidden Figures” (2016) von Theodore Melfi an.  Der Film befasst sich mit drei afroamerikanischen Mathematikerinnen, deren Arbeit bei der NASA einen grossen Einfluss auf das Mercury- und Apollo-Programm hatte. Die Arbeit der drei Frauen wurde nie publik. Im Anschluss an den Film befassen sich die Schülerinnen und Schüler mit den Themen, die im Film angesprochen werden, z.B. Gerechtigkeit, Anerkennung von Frauenarbeit in der Öffentlichkeit, Chancengleichheit, Rollenzuweisungen und Solidarität.

In den 11 dritten Klassen werden in getrennten Mädchen- und Jungen-Gruppen bekannte Gender-Rollenerwartungen und Möglichkeiten, sich von ihnen zu lösen, thematisiert. Die Schülerinnen und Schüler führen zuerst eine Bestandesaufnahme durch und formulieren dann ihre Vorstellungen für die Zukunft. Anschliessend an die Diskussionen in den Gruppen findet in der Aula ein lösungsorientiertes Podium mit der Leitfrage «Welche Wege weg aus einer sexistischen Gesellschaft?» statt, das von Schülerinnen und Schülern aus dem UNESCO-Freifach organisiert wird. Daran teilnehmen werden je zwei Männer und Frauen unterschiedlichen Alters. Dies sind Elisabeth Joris, Manuel Eschle, ein Vertreter des Männerbüros (Name noch nicht bekannt) und Selina Valdivia. Auch die Schülerinnen und Schüler können mitdiskutieren.

Die Schülerinnen und Schüler der 22 Klassen der 4. und 5. Jahrgangsstufe werden von Andrea Gisler (Rechtsanwältin, Präsidentin der Frauenzentrale Zürich, GLP-Kantonsrätin, ehemalige Schülerin der KZO) zu Beginn des Frauenstreikmorgens in die Thematik eingeführt. Anschliessend werden sie je zwei Workshops besuchen. Die 22 Workshopleiterinnen – alle sind in ihrem Gebiet Vorbilder – sind in den Bereichen Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur und Politik tätig; die jüngste ist erst gut 20 Jahre alt, die älteste wird bald ihren 70. Geburtstag feiern. In der Gestaltung der Workshops sind die Leiterinnen frei. Die meisten werden den Schülerinnen und Schülern berichten, wie sie ihr Leben bisher beruflich gestaltet und wie sie es geschafft haben, ihre aktuelle Lebenssituation als – beispielsweise – Direktorin des Schauspielhauses Zürich (Barbara Frey), als Kommunikationschefin (Karin Baltisberger) oder als Stadt- und Nationalrätin (Priska Seiler Graf) zu erreichen. Wichtig ist allen Workshopleiterinnen, dass es anschliessend an ihren Input zu angeregten und kritischen Gesprächen mit den Schülerinnen und Schülern kommt. Die Referentinnen werden in einer Broschüre, die Ende Mai/Anfang Juni in gedruckter Form vorliegen wird, vorgestellt.

Abgerundet wird der Vormittag durch den Auftritt einer Frauenband mit Frontfrau Yasmin Barakat (Schülerin der KZO), welche unter anderem selbst geschriebene Lieder zum Thema Gender vorträgt.

(Regine Bertschinger, KZO)

> Das Programm des Vormittags ist online.