Monatsbrief August/September

Im Zusammenhang mit der Pandemie und dem Schulstart liest und hört man oft den Ausdruck ‘das neue Normal’. Auf die Gefahr hin, den Begriff und den Diskurs zu überstrapazieren, erlaube mir an dieser Stelle einige Bemerkungen dazu.

Es kommt auf die Sprache an, die verwendet wird. Sie trägt dazu bei, das Verständnis der Lage und der Art und Weise, wie man mit ihr umgeht, zu formen und zu verstärken. Der Begriff des ‘neuen Normalen’ wird teils als Mittel eingesetzt, um die Unsicherheit zu unterdrücken, die durch das Coronavirus hervorgerufen wird. Dieser sprachliche Rahmen ist einladend: Er hilft dabei, die Gegenwart als akzeptablen Standard zu definieren.

Die Beschwörung des ‘neuen Normalen’ mag zwar dazu beitragen, etwas Ordnung in die gegenwärtigen Turbulenzen zu bringen, aber der Begriff sollte nicht die Linse sein, durch welche die Krise betrachtet wird. Er suggeriert, dass die Gegenwart in Ordnung ist. Das ist aber nicht der Fall und dazu darf man stehen. Es ist in Ordnung, sich angesichts dessen, was vor sich geht, unbehaglich zu fühlen. Umgeben von Unsicherheit ist es auch in Ordnung zuzugeben, dass die Dinge nicht normal sind. Wenn sie es wären, sähe es in den Schulen anders aus.

Wir freuen wir uns sehr auf den Schulstart, wenn auch unter besonderen Bedingungen, im Ganzklassenunterricht. Wir freuen uns auch ganz besonders auf alle neuen Schülerinnen und Schüler – willkommen an der KZO! Gleichzeitig muss aber auch allen bewusst sein, dass die Rückkehr zum Ganzklassenunterricht nach den Sommerferien eine kritische Phase bezüglich der weiteren Entwicklung der Pandemie darstellt. Es ist wichtig – und soll für den Moment normal sein -, dass sich alle Beteiligten an die Verhaltens- und Hygieneregeln halten und sie ernst nehmen.

 

Aleksandar Popov, Rektor