Fabian Stuber (C6a) hat mich (Zm) im Namen des KZO Earth Day Komitees (Dario Vareni, Nils Schraner, Andrin Wolf, Alexander Schnittert, Chiara Koopmans und Fabian Stuber) kurzfristig angefragt, ob er einen Wochenbrief zum Thema Verschmutzung der Weltmeere durch Plastikabfälle schreiben könne.

Martin Zimmermann, Rektor

Wochenbrief 16: 16. – 20. 4. 18

Plastik - Weniger ist Meer

«Wissen Sie, was ich meinen Studenten jeweils sage? Werfen Sie die Plastiktüte nicht weg, sondern würzen Sie sie gut und essen Sie sie. Sie wird sowieso auf Ihrem Teller landen.» Dieses und ähnliche Zitate von Meeresbiologen und Ozeanographen sind schockierend. Denn auch wenn Sie wohl kaum im Supermarkt einen Fisch mit einer Plastiktüte im Magen finden werden, so ist es doch beunruhigend, dass in einigen Teilen der Weltmeere sechs Mal mehr Plastikteile als Plankton anzutreffen sind. Da dieses Plastik als Mikroplastik, also als Plastikfragmente, die einen kleineren Durchmesser als fünf Millimeter haben, vorliegt, ist er von Plankton kaum zu unterscheiden. Als Plankton werden sehr kleine, im Wasser lebende Organismen, welche die Grundlage der Nahrungskette bilden, bezeichnet. Wenn also dieses Mikroplastik von Walen oder anderen grösseren Meerestieren, die eigentlich Plankton fressen, versehentlich oder sogar absichtlich, weil es eben mit Plankton verwechselt wird, gefressen wird, gelangen die Plastikteilchen in den Nahrungskreislauf des Menschen.

Ob Plastik für uns Menschen selbst gesundheitsschädlich ist, ist nicht bewiesen. Doch worin sich alle Forscher und Mediziner einig sind, ist, dass Schadstoffe, wie zum Beispiel Weichmacher, für den Menschen alles andere als gesund sind. Schon allein durch die Produktion enthält das Plastik viele Schadstoffe, zusätzlich wirkt der Aufbau des Plastiks als lange Polymerketten für Schadstoffe, die sich im Wasser um den Kunststoff herumbewegen, wie ein Magnet.

Doch was können wir gegen dieses Mikroplastik tun? Denn Teilchen, die sich bereits im Meer befinden, sind schwer zu entfernen, und es wird im Moment sehr viel Geld in deren Erforschung gesteckt. Was jeder tun kann, damit weniger Plastikabfälle ins Meer gelangen ist folgendes:

 

  1. Refuse: Kennen Sie die Situation, wenn Ihnen im Supermarkt oder in einem Fast-Food-Restaurant gratis Spielzeug oder Ähnliches angeboten wird? Sagen Sie Nein dazu, wenn Sie nicht ganz sicher sind, dass Sie es brauchen werden. Denn mit Ihrem Verhalten steuern Sie, wie Firmen Werbung machen.
  2. Reduce: Denken Sie nach. Wo könnten Sie weniger benutzen. Ist es zum Beispiel nötig, dass Sie immer das neuste Smartphone haben, obwohl das alte noch funktioniert. Und verzichten Sie auf unnötige Gegenstände, die Sie eigentlich gar nicht brauchen.
  3. Reuse: Dieser Punkt ist ziemlich simpel. Versuchen Sie alles mehrfach zu brauchen. Reduzieren Sie Ihre Nutzung von Einweg-Artikeln. Benützen Sie eine festere Einkaufstasche anstatt der kleinen Plastiktüten, die Sie im Supermarkt kaufen können.
  4. Repurpose: Falls Sie doch einmal eine Flasche Cola kaufen, dann werfen Sie eine PET-Flasche nicht sofort weg, sondern benutzen Sie sie als Wasserflasche. Ausserdem eignet sich eine alte Kartonschachtel wunderbar als Aufbewahrungskiste und muss nicht sofort entsorgt werden.
  5. Recycle: Es gibt Dinge, auf die man nicht verzichten kann und die man auch wieder loswerden muss. Doch auch diese sollte man nicht einfach in den Mülleimer werfen, denn vieles kann einzeln recycelt werden, wodurch wertvolle Ressourcen gespart werden und ausserdem landet der Müll nicht auf einer Mülldeponie, von wo aus er in das Meer gelangen kann.

Ausserdem wird vom internationalen Earth Day Network am kommenden Sonntag, dem 22. April der End Pollution Earth Day durchgeführt. Dabei finden auf der ganzen Welt Events zum Thema Umweltverschmutzung statt. Weitere Informationen finden Sie auf https://www.earthday.org/campaigns/plastics-campaign/

Fabian Stuber (Vertreter des KZO Earth Day Komitees)

Martin Zimmermann, Rektor