Wochenbrief vom 24.03.2014

Mit diesem Wochenbrief, unseren Gedanken zur Annahme der „Masseneinwanderungsiniti-ative“, wollen wir dem grossen Anliegen der UNESCO-Kommission und der SO nachkommen, das diesbezügliche Schweigen der Schule zu brechen.

Verspätetes „linkes Flennen“ (Tagesanzeiger)? Davon soll nicht die Rede sein, denn dieses Thema anzusprechen ist gerade für die Schule äusserst wichtig. Es hat sich direkt nach der Abstimmung herausgestellt, dass die Bildung stark betroffen von dieser Initiative ist; schon ab diesem Jahr sind Studentenaustausche mit Erasmus unmöglich, diverse internationale Bildungs- und Forschungsprojekte, an denen die Schweiz beteiligt ist (war?), sind bedroht. Die KZO ist neuerdings Mitglied des Netzwerks der UNESCO-Assoziierten Schulen und als solches angehalten, sich für die Werte der UNESCO einzusetzen. Die angenommene SVP-Initiative steht in direktem Kontrast zu diesen Werten – insbesondere mit dem des kulturel-len Austauschs – und muss aus Sicht der UNESCO als grosser Rückschritt einer möglichst weltoffenen und sozialen Schweiz gesehen werden. Nicht zuletzt haben wir auch an der KZO Schüler und Schülerinnen,  die keinen Schweizer Pass besitzen. Ob sie in ihrer Zukunft in der Schweiz Schwierigkeiten haben werden, ist ungewiss. Zu einer Gruppe zu gehören, die scheinbar nach der Meinung einer Mehrheit eingeschränkt werden muss, kann entmutigend sein. Es ist eine Frage des Respekts ihnen gegenüber, dies zu thematisieren und nicht still-schweigend zu akzeptieren.

Werden wir konkret. Für uns besteht kein Zweifel, dass Schüler und Schülerinnen aus ande-ren Kulturen die KZO ungemein bereichern und im Übrigen auch die ganze Schweiz. Dies soll nicht in einem idealistischen oder schönmalerischen Sinn gesehen werden. Es mag sein, dass die Immigration der letzten Jahre die Schweiz vor neue Aufgaben stellt. Wir können diese Aufgaben auch anders bewältigen, ohne wichtige Errungenschaften zu gefährden. An der Schule sollen wir darum in einem ständigen Diskurs von der kulturellen Vielfalt profitieren, die wir haben. Niemand hat es hier nötig, sich ab- oder gar andere auszugrenzen.
Zeigt Interesse für die kulturelle Herkunft eurer Mitschülerinnen und Mitschüler. Profitiert davon, dass ihr von ihnen lernen könnt. Sie lernen auch von euch. Dafür ist die Schule schliesslich da.

Jannis Pomsel und Elias Staubli,
stellvertretend für die gesamte Schülerorganisation und die UNESCO-Kommission der KZO