Wochenbrief 22: 25. – 29. Mai 2015

Die Leserinnen und Leser des Wochenbriefs wissen, dass ich mich glücklich schätze, an der KZO arbeiten zu dürfen. Und ich kann heute kaum anders, als noch einmal eine Menge Positives über unsere Schule zu sagen.

Den Anlass bietet die Kosovo-Reise, die von einer Projektgruppe des UNESCO-Freifachs organisiert worden ist und an der ich in der Auffahrtswoche teilnehmen durfte. Sie nährt aus den folgenden Gründen meinen Stolz auf die KZO.

•    Die beiden Lehrerinnen Karin Beereuter und Eugenie Bopp bereiteten in einer längeren Projektarbeit die Reise optimal vor. Sie sicherten den Planungs- und Informationsfluss, übernahmen die finanzielle Logistik und stellten die Kontakte zu verschiedenen Gesprächspartnern im Kosovo her. Zudem verschafften sie im Vorfeld allen Teilnehmenden Zugang zu Hintergrundwissen und vermittelten den Schülerinnen und Schülern eine Haltung der persönlichen und sachlichen Verbindlichkeit.

  • Armend Binakaj, Artan Islamaj, Bashkim Jaha, Edona Elshan, Getoar Gallopeni und Sadona Buduri, die KZO-Schülerinnen und -Schüler mit kosovo-albanischen Wurzeln, waren federführend bei der Routenplanung, der Organisation der Unterkünfte, des Transports und der Besuche in Schulen und Familien. Bei den Begegnungen vor Ort übersetzten sie und erklärten, was erklärungsbedürftig war. Sie führten uns derart grossartig durch ihre zweite Heimat, dass wir unvergessliche Erfahrungen machen durften.
  • Bei einem Treffen mit Leuten aus dem DEZA, welche in Prishtina stationiert sind, zeigten auch unsere „Schweizer“ SchülerInnen, wie viel Wissen sie sich über den Kosovo angeeignet haben. Ihre präzisen Fragen lösten einige ganz erstaunliche Aussagen der schweizerischen Beamten aus.
  • In der Hauptstadt Prishtina trafen wir Fisnik Latifi, einen ehemaligen KZO-Schüler, und seine Eltern, die alle heute im Kosovo leben. Bei einem wunderbaren Nachtessen bedankte sich der Vater bei uns Lehrpersonen für das, was die KZO seinem Sohn gegeben hat. Fisnik doppelte nach, indem er nur das Wort „Kantonsschule“ sagte und dabei mit einer Geste klar machte, dass er mit seinem Vater vollständig einverstanden ist.
  • Am letzten Tag sprach mich beim Frühstück ein Hotel-Gast an. Er sei aus Bern, studiere in Zürich und mache im Moment einen Einsatz bei einer NGO in Prishtina. Zum Schluss des anregenden Gesprächs fragte er mich, aus welcher Schule wir denn kämen. Nach meiner Antwort lächelte er und sagte, dass ihn das nicht überrasche. Er habe über verschiedene Kontakte schon viel Gutes über die KZO gehört.

Selbstverständlich kenne ich auch einige Schwächen der KZO (und will sie auch nicht verbergen), aber es scheint mir gerade nach dieser Erfahrung richtig, dass man sich immer wieder vor Augen hält, wie viel Erfreuliches bei uns möglich ist.

Martin Zimmermann, Rektor