Of all the wonders that I yet have heard,
It seems to me most strange that men should fear;
Seeing that death, a necessary end,
Will come when it will come.

Julius Caesar, Act II

Wochenbrief 06: 08. – 12. Februar 2016

Im British Museum in London sah ich vor einiger Zeit ein ganz besonderes Exemplar der Gesammelten Werke von Shakespeare. In den Jahren des Apartheid-Regimes in Südafrika war das bibelähnliche Buch im Gefängnis von Robben Island heimlich von Zelle zu Zelle weitergegeben worden. Insgesamt 34 Gefangene hatten es lesen und studieren können.

Einer dieser Gefangenen war Nelson Mandela. Im sechzehnten Jahr seiner Haft hat er eine Stelle markiert und mit seinem Namen versehen.

Der eindrückliche Shakespeare-Band von Robben Island zeigt, was Literatur bewirken kann: Trost, Ablenkung, Orientierung, Widerstandskraft, Inspiration.

Seit Jahresbeginn begleiten Shakespeare-Zitate den Wochenbrief, weil der grosse Autor vor 400 Jahren gestorben ist. Bisher vermied ich es, die Zitate zu kommentieren, obwohl es mich manchmal gereizt hätte. Schliesslich hätte man bei mehr als einem Zitat den Kontext erwähnen müssen, was die Shakespeare-Sentenzen jeweils noch in ein anderes Licht gesetzt hätte.

Ich freue mich nun auf die vier Wochenbriefe aus dem Fachkreis Anglistik, die im Frühlingssemester vorgesehen sind. Sie werden zweifellos Erhellendes über Shakespeare und sein Universum enthalten.

Martin Zimmermann, Rektor